Die ganze Welt will nachhaltig handeln. Was das bedeutet, will Wolfsburg den Menschen gemeinsam mit der Stadt Sarajevo, Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, vor Augen führen. Beide Städte wollen eine sogenannte „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft“ eingehen. Jetzt besuchte eine Delegation aus Sarajevo Wolfsburg. Der Fachaustausch diente der Weiterentwicklung der Bildungsprojekte zur Steigerung des Nachhaltigkeitsbewusstseins in täglichen Sitzungen im Rathaus. Neben anderen Projekten lernten die Gäste die Regionalgruppe „Cradle to Cradle*“ kennen. Gegründet wurde die Wolfsburger Gruppe von Angelika Frank und Fritz Hempel. Im Rahmen des Kennenlernens von lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen besuchte die Delegation auch das Modehaus Hempel in der City Galerie. Seit 2009 haben die Kunden bei Hempel die Möglichkeit,  Kleidung mit nachhaltigem Mehrwert zu finden. Zum einen wird damit das Sortiment vielfältiger, zum anderen gibt es konventionellen Herstellern einen Anstoß zur Reflektion über eine zukunftsorientierte Ausrichtung ihrer Wertschöpfungskette. Ziel ist die Förderung des bewussten Konsums. Nach einer Begehung der Verkaufsfläche gab es bei Bio-Kaffeespezialitäten einen fachlichen Austausch an der Bar.

Für 2018 sind weitere Schritte geplant: Von April bis September sollen die Projektmaßnahmen in Workshops mit Schülern in Wolfsburg und Sarajevo umgesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Was bedeutet Cradle to Cradle?

Angesichts zunehmend knapper und teurer Rohstoffe wächst in vielen Unternehmen die Bereitschaft zu einer Umstellung auf eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Produktion. Umweltschutz kann nur funktionieren, wenn Produkte und Prozesse vom Anfang her gedacht und im Hinblick auf ihre gesamte Nutzungsdauer entwickelt werden. Vorbild für Cradle to Cradle ist die Natur, von der sich die drei Cradle to Cradle Prinzipien ableiten lassen:

  • Abfall ist Nahrung, alles zirkuliert in biologischen oder technischen Rohstoffkreisläufen
  • Nutzung von erneuerbaren Energien
  • Unterstützung von Diversität

Nach dem Cradle to Cradle-Konzept werden positiv definierte Materialien verwendet: So ist der Abrieb eines Autoreifens oder einer Schuhsohle nicht umweltschädlich, sondern ökologisch verträglich oder hat sogar einen positiven Einfluss auf die Umwelt. Die Rückstände von Shampoos oder Reinigungsmitteln können unbedenklich in den Abfluss fließen. So ist die Verwendung von Materialien immer gesundheitsverträglich, sowohl für die an der Herstellung beteiligten Menschen, als auch für die Nutzenden.

Bildnachweis: C2C e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Textnachweis: https://flow-wolf.de/gut-zu-wissen/von-der-wiege-zur-wiege/

 

 

 

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